Die Vorlesung deckt den zeitlichen Rahmen der sog. Frühen Neuzeit ab, also die Zeit vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zur französischen Revolution. In dieser Zeit entwickelten sich die europäischen Staaten zu sehr unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Systemen, in den auch sehr unterschiedlich Theologie (nicht) betrieben wurde. Die Vorlesung ordnet die Entwicklungen im deutschsprachigen Kontext in die europäischen Zusammenhänge ein, um so die Besonderheiten der deutschsprachigen Aufklärung und des Pietismus aufzuzeigen. Das besondere dieser Vorlesung ist, dass Aufklärung und Pietismus von ihren gemeinsamen Anfängen hin zu sich wiedersprechenden Polen der Theologie im Heiligen Römischen Reich als Besonderheit im europäischen Vergleich herausgearbeitet werden.
An der Vorlesung kann auch digital teilgenommen werden.
- Trainer/in: Linus Albrecht
- Trainer/in: Nicole Kuropka
Eine interdisziplinäre Übung in Kirchengeschichte und Praktischer Theologie
Greift Melancholie in der „späten Zeit der Volkskirche“ um sich? Und wenn ja, kann uns die
Rückbesinnung auf Philipp Melanchthon dabei irgendwas nützen? Verstärkt er unsere
Sensibilität für die Herausforderungen der Gegenwart? Vertieft er die Sorgen? Ermöglicht er
neue Denkfiguren? Inspiriert er uns sogar für neue Aufbrüche im 21. Jahrhundert?
An drei Talk-Abenden werden wir im Gespräch diesen Fragen auf der Basis ausgewählter
Texte von Melanchthon nachgehen und (vergessene) Standpunkte des 16. Jahrhundert mit
theologischen Diskussionen des 21. Jahrhunderts kokreativ verbinden. Mit Prof. Dr. Nicole
Kuropka sind eine international renommierte Melanchthon-Expertin und mit Prof. Dr.
Konstanze Kemnitzer eine profilierte Praktische Theologin auf der Suche nach neuen
interdisziplinären Forschungsansätzen. Wir freuen uns über alle, die bereit sind,
mitzudenken und neue Perspektiven zu erschließen.
Die Übung findet an drei Abenden zu folgenden Themen statt:
1. Melanchthon und die religiöse Bildung (Religions- und Gemeindepädagogik)
2. Melanchthon und die christliche Predigt (Homiletik)
3. Melanchthon und die Alltagsdinge der Christenmenschen (Aszetik)
- Trainer/in: Linus Albrecht
- Trainer/in: Konstanze Kemnitzer
- Trainer/in: Nicole Kuropka
1 INHALT
Die Reformationsgeschichte lässt sich aus vielerlei Perspektiven erschließen: theologisch, territorialpolitisch, ereignisgeschichtlich etc. In diesem Blockseminar sollen dabei unterschiedliche Personen der Reformationsgeschichte im Mittelpunkt stehen, um somit ein breitgefächertes Panorama zu ermöglichen. Neben den zentralen Akteuren der Reformation – Martin Luther und Johannes Calvin – sollen dabei auch weitere Reformatoren und Reformatorinnen aus Kursachsen, Straßburg oder der Landgrafschaft Hessen etc. zu Wort kommen. Aber auch die jüdische Perspektive (Josel von Rosheim) und die römische Perspektive bekommen ihren Raum.
Grundlegend werden alle Personen biographisch vorgestellt und anhand einer Quelle vertiefend zu diesen Menschen gearbeitet. Die Seminarsitzungen werden durch die Teilnehmenden vorbereitet und organisiert. Dazu dient die Vorbesprechung am 3.2., um abzustimmen wer was wann macht.
2 LITERATUR
Grundlegend zur Vorbereitung: Kaufmann, Thomas: Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation, 32017
3 VORAUSSETZUNGEN
Erfolgreicher Besuch eines KG-Proseminars bzw. des Basismoduls KG
4 ANFORDERUNGEN
Teilnahme
an der Vorbesprechung. Bereitschaft zur Übernahme eines Referats und/oder
Moderationsleitung, der dazu gehörenden Sitzung. Intensives Lesen der
ausgewählten Quellen.
Bei den Anforderungen erfolgt eine Binnendifferenzierung zwischen Masterstudierenden
und grundständig Studierenden, die in der vorbereitenden Sitzung erklärt wird.
5 LEISTUNGSPUNKTE
4 (5) LP
- Trainer/in: Linus Albrecht
- Trainer/in: Nicole Kuropka