1 INHALT
Der sogenannte Kirchenkampf in den Jahren 1933-1945 wurde insbesondere in der Phase vor den
stärkeren Zensurmaßnahmen des NS-Regimes als ein „Medienereignis und eine Propagandaschlacht“
(Christopher Spehr) geführt und wahrgenommen.
In der Lehrveranstaltung werden wir anhand ausgewählter innerkirchlicher Konflikte (z.B. des Kampfs
um das Alte Testament, der Debatten um den Arierparagraphen oder des Religionsunterrichts)
verschiedene Zeitschriftenartikel, Broschüren und Flugblätter der jeweiligen Akteure analysieren und
quellenkritisch diskutieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Ereignissen und Autoren mit Bezug
zu Wuppertal, das in jenen Jahren ein wichtiges Zentrum des Kirchenkampfes war.
Als bedeutsame Medien des Kirchenkampfes sind auch die Kirchenmusik, das Kirchenlied, der
Kirchenbau und Kirchenausstattungen, sowie Kirchenglocken zu nennen. Wie und warum mit diesen
speziellen Medien des Kirchenkampfes Botschaften vermittelt werden sollten, soll auch in der Übung
thematisiert werden.
Theologiegeschichtlich werden wir uns dabei mit der Kontroverse zwischen Natürlicher Theologie und
Offenbarungstheologie beschäftigen, wie sie sich auch in der Barmer Theologischen Erklärung
niederschlägt.
Darüber hinaus bietet die Übung eine Einführung in die Nutzung der „Digitalen Sammlung des
Kirchenkampfes“ der Hochschul- und Landeskirchenbibliothek.
2 LITERATUR
Wird im Laufe der Veranstaltung bekannt gegeben.
3 VORAUSSETZUNGEN
Keine.
4 ANFORDERUNGEN
Regelmäßige Teilnahme und engagierte Mitarbeit, zur aktiven Vorbereitung von Kurzreferaten.
5 LEISTUNGSPUNKTE
2 LP
- Teacher: Joachim Waurisch
Das 19. und 20. Jahrhundert waren die Jahrhunderte, die die Gegenwart unmittelbar prägten. Das „lange 19. Jahrhundert“ begann mit dem Abschluss der Französischen Revolution und dem Aufstieg Napoleons und endete mit dem Ersten Weltkrieg. Dieser leitete über in die epochale Einheit eines „Zweiten Dreißigjährigen Kriegs“ in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war im Wesentlichen geprägt vom Kalten Krieg und der Existenz Deutschlands in zwei getrennten Staaten. Mit der Friedlichen Revolution in der DDR und der Wiedervereinigung 1990 begann eine weitere historische Entwicklungsphase, die bis in die Gegenwart reicht und diese prägt. Diese allgemeingeschichtlichen Entwicklungen haben jeweils ihren kirchenhistorischen Niederschlag gefunden. Kirchenhistorische Topoi der Vorlesung sind: die protestantischen Landeskirchen als Staatskirchen im 19. Jahrhundert, die Soziale Frage als Folge der Industrialisierung und die protestantischen Reaktionen darauf, die theologischen Auf- und Zusammenbrüche im 19. und 20. Jahrhundert, der Protestantismus und die erste deutsche Demokratie, Kirche im Nationalsozialismus und ihre Haltung nach 1945 zum Nationalsozialismus, die Studentenbewegung und die sozialen Bewegungen in den Kirchen Westdeutschlands in den 1960er und 70er Jahren, die religionsfeindliche Staatspolitik und Kirche im Sozialismus in der DDR, die Bedeutung der Kirchen für die Friedliche Revolution 1989, die Neubestimmung der Kirchen nach 1990 und ihre die Haltung gegenüber den Krisen des 21. Jahrhunderts.
- Teacher: Gisa Bauer
- Teacher: Nicole Kuropka