Anhand von ausgewählten Passagen nicht nur, aber auch aus dem Werk des Paulus werden wir die „Anfänge der christlichen Theologie kennenlernen und dabei auch den Aspekt der hintergründig wahrnehmbaren Philosophie (Platon; Stoa) betrachten. So gewinnen wir Einblicke in zwei wichtige Wirkungsbereiche: Aus theologischer Sicht ist die Verbreitung der Guten Botschaft ein zentrales Anliegen er Schriften des NT. Aus dem Blickwinkel der Philosophie wird deutlich, welche Möglichkeiten genutzt werden, um die Adressaten wirkungsvoll zu erreichen. Wie wichtig die gekonnte Verknüpfung beider Bereiche ist, scheint plausibel: Die Verbreitung des Wortes Gottes kann insbesondere dann gut gelingen, wenn auch Potential des geschriebenen Wortes in Verbindung mit einer damals weit verbreiteten und geläufigen philosophischen Reflexion ausgeschöpft wird. 

Die Gleichnisse: Seminar/Übung 

Prof. Dr. Kurt Erlemann

Die Gleichnisse Jesu sind Kerntexte des Neuen Testaments. In ihnen wird die Botschaft Jesu in narrativer Weise anschaulich entfaltet. Die Gleichnisse sind faszinierend und rätselhaft zugleich. Das Seminar bietet einen Rundgang durch die Gleichnistheorie, die Auslegungsmethodik und die Theologie der Gleichnisse. Hierfür werden einzelne Gleichnisse exemplarisch untersucht.

Literatur

Kurt Erlemann (2017), Fenster zum Himmel. Gleichnisse im Neuen Testament, Göttingen;
- ders., (2020), Gleichnisse. Theorie – Auslegung – Didaktik (UTB 5494), Tübingen/Basel.
- Harnisch, Wolfgang (1985), Die Gleichniserzählungen Jesu. Eine hermeneutische Einführung (UTB),
Göttingen.
- Jeremias, Joachim (1984), Die Gleichnisse Jesu. 10. Auflage (1. Auflage 1947), Göttingen.
- Jülicher, Adolf (1910), Die Gleichnisreden Jesu, 2 Bände, 2. Auflage Tübingen.
- Zimmermann, Ruben (Hg.) (2008), Hermeneutik der Gleichnisse Jesu, Tübingen.
- ders. (Hg.) (2007), Kompendium der Gleichnisse Jesu, Gütersloh

Vorlesung - Prof.'in Dr. Claudia Janssen

Auferstehung

Auferstehung – für die einen verbinden sich mit Auferstehung vertraute Vorstellungen, die Trost und Stärkung für ihr Leben bedeuten. Anderen ist diese Vorstellung fremd geworden, sie scheint nicht mehr in unsere heutige rationale Welt zu passen. Über Jahrtausende hinweg haben Menschen in Liedern, Geschichten und Gebeten ihre Hoffnung auf ein Leben, das über den Tod hinausreicht, in Worte gefasst. Biblische Auferstehungstexte erzählen von der Gewissheit, dass das Leben stärker ist als der Tod. Dass Gott Jesus von den Toten auferweckt, dass er auferstanden ist, ist die gute Botschaft, das Evangelium. In der Bibel wird auf vielfache Weise von Auferstehung erzählt, in
Geschichten, Bekenntnissen und Liedern. Menschen finden immer neue Bilder, um ihre Erfahrungen und ihre Hoffnung in Worte zu fassen.

Literatur zur Vorbereitung

Crüsemann, Frank, Das Alte Testament als Wahrheitsraum des Neuen. Die neue Sicht der christlichen Bibel, Gütersloh 2011, bes. Kapitel: 8 „Gibt es keine Auferstehung der Toten, dann ist auch Christus nicht auferstanden“ (1 Kor 15,13). Auferstehung als Schriftauslegung, 258-287.
Janssen, Claudia, Endlich lebendig. Die Kraft der Auferstehung erfahren, Freiburg 2013.

Für Studierende aller Semester geeignet. Die neutestamentlichen Texte werden auch in deutscher Übersetzung behandelt.

Die Zwischenprüfungsklausur am Ende des SoSe findet auf der Basis dieser Vorlesung statt. Ein begleitendes Tutorium wird zur Vertiefung der Inhalte und Übersetzung der behandelten Texte angeboten.