Anhand von ausgewählten Passagen nicht nur, aber auch aus dem Werk des Paulus werden wir die „Anfänge der christlichen Theologie kennenlernen und dabei auch den Aspekt der hintergründig wahrnehmbaren Philosophie (Platon; Stoa) betrachten. So gewinnen wir Einblicke in zwei wichtige Wirkungsbereiche: Aus theologischer Sicht ist die Verbreitung der Guten Botschaft ein zentrales Anliegen er Schriften des NT. Aus dem Blickwinkel der Philosophie wird deutlich, welche Möglichkeiten genutzt werden, um die Adressaten wirkungsvoll zu erreichen. Wie wichtig die gekonnte Verknüpfung beider Bereiche ist, scheint plausibel: Die Verbreitung des Wortes Gottes kann insbesondere dann gut gelingen, wenn auch Potential des geschriebenen Wortes in Verbindung mit einer damals weit verbreiteten und geläufigen philosophischen Reflexion ausgeschöpft wird.   

Die Lektüre neutestamentlicher Texte soll zwei Zielen dienen: Zum einen soll das NT sprachlich und stilistisch anhand ausgewählter Passagen soweit nachvollzogen werden, dass eine eigenständige Übersetzung entstehen kann. Zum anderen sollen anhand sprachlicher Beobachtungen die verschiedenen Einflüsse der griechisch-römischen Kulturwelt und der jüdischen Weltsicht in ihrer jeweiligen Bedeutung für neutestamentliche Texte und somit auch für das im Entstehen begriffene Christentum sichtbar gemacht werden. Schwerpunkte der Lektüre können im Kurs verabredet werden.